Immer muss vorher eine Gürtelrose, d.h. eine Entzündung durch das Varizella-zoster-Virus stattgefunden haben. Wenn bei einer akuten Entzündung nach dem Abklingen der typischen Bläschen noch Schmerzen bestehen, spricht man von einer sog. „postzosterischen Neuralgie“. Manchmal treten die Schmerzen aber auch erst viel später auf. Da es sich um eine Nervenentzündung handelt, sind auch die Schmerzen genau im Ausbreitungsgebiet dieses Nervens, d.h. nur auf einer Seite des Brustkorbs, des Rückens oder im Gesicht. Meist handelt es sich um sehr starke brennende Dauerschmerzen, manchmal auch um einschießende, stechende Schmerzen. Häufig ist die Haut in diesem Gebiet sehr empfindlich, es kann zu Missempfindungen und vermehrtem Schwitzen kommen.
Die Viren nisten sich in Nervenknoten nahe des Rückenmarks oder der Hirnnerven ein und werden durch eine Erkrankung, Schwäche, große Sonneneinstrahlung oder Stress reaktiviert. Nach der akuten Entzündung verändern sich durch die Entzündung Teile des Rückenmarks, es sterben Nervenzellen ab, andere Nerven beginnen spontan zu feuern und so werden das Nervensystem und das Gehirn sensibilisiert, d.h. empfindlicher gegen Schmerzen.
Diese Erkrankung sollte immer von einem Arzt behandelt werden. Je früher eine gezielte Therapie stattfindet, desto seltener treten hinterher Schmerzen auf. Wenn die Schmerzen schon länger als 6 Monate bestehen, ist eine absolute Schmerzfreiheit nur noch bei 30% der betroffenen Menschen zu erreichen.